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Suchvolumen: Die zentrale Kennzahl für Ihre Keyword-Strategie

JH

Joel Heuchert

SEO Experte

9. Februar 2026
15 min Lesezeit
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Wer seine Website bei Google nach vorne bringen will, kommt am Suchvolumen nicht vorbei. Diese Kennzahl zeigt Ihnen, wie oft ein Keyword pro Monat bei Google gesucht wird. Klingt simpel, ist aber wichtig. Denn ohne zu wissen, welche Begriffe Ihre Zielgruppe tatsächlich verwendet, optimieren Sie quasi im Blindflug. Das Suchvolumen hilft Ihnen dabei, echte Chancen von Zeitverschwendung zu unterscheiden.

Was bedeutet Suchvolumen?

Das Suchvolumen gibt an, wie viele Suchanfragen ein bestimmtes Keyword durchschnittlich pro Monat erhält. Google und andere Suchmaschinen sammeln diese Daten und stellen sie über verschiedene Tools zur Verfügung. Die Zahlen sind Durchschnittswerte, meist über zwölf Monate berechnet. In der Praxis bedeutet das: Ein Keyword mit 1.000 Suchanfragen pro Monat wird etwa 12.000 Mal pro Jahr gesucht.

Aber Vorsicht. Diese Zahlen sind nicht in Stein gemeißelt. Sie schwanken je nach Tool und Datenquelle. Der Google Keyword Planner zeigt oft andere Werte als Ahrefs oder SEMrush. Trotzdem geben sie Ihnen eine solide Orientierung, welche Begriffe relevant sind und welche nicht.

Für Ihre SEO-Strategie ist das Suchvolumen einer der ersten Anhaltspunkte bei der Keyword-Recherche. Es hilft Ihnen zu entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt, für einen Begriff zu ranken.

Suchvolumen richtig interpretieren

Die blanke Zahl allein sagt wenig aus. Ein Keyword mit hohem Suchvolumen klingt verlockend, kann aber auch bedeuten, dass der Wettbewerb enorm ist. Umgekehrt können niedrige Suchvolumina sehr profitabel sein, wenn die Suchintention stimmt. Hier eine Orientierung:

Suchvolumen Einordnung Wettbewerb Strategie
0 bis 100 Sehr niedrig Meist gering Nischen-Keywords, Long-Tail-Ansatz
100 bis 1.000 Niedrig bis mittel Moderat Gute Chancen für kleinere Websites
1.000 bis 10.000 Mittel bis hoch Hoch Erfordert gute Inhalte und Backlinks
10.000+ Sehr hoch Sehr hoch Oft nur für etablierte Domains realistisch

Sie sehen: Das Suchvolumen ist nur ein Puzzleteil. Die Konkurrenz, Ihre Domain-Autorität und die Qualität Ihres Contents spielen genauso eine Rolle. Ein realistischer Blick auf Ihre Möglichkeiten spart Zeit und Frust.

Tools zur Ermittlung von Suchvolumen

Es gibt zahlreiche Tools, die Ihnen das Suchvolumen anzeigen. Jedes hat seine Stärken und Schwächen. Hier eine Übersicht der gängigsten Optionen:

Tool Kosten Besonderheit
Google Keyword Planner Kostenlos (mit Google Ads Account) Daten direkt von Google, aber oft in Spannen
Ahrefs Ab 99 Euro/Monat Sehr genaue Daten, große Keyword-Datenbank
SEMrush Ab 119 Euro/Monat Umfassende Suite mit vielen Zusatzfunktionen
Ubersuggest Ab 12 Euro/Monat Günstige Alternative für Einsteiger
Google Search Console Kostenlos Zeigt echte Daten Ihrer eigenen Website

Für den Anfang reicht der Google Keyword Planner völlig aus. Sie brauchen nur einen kostenlosen Google Ads Account. Wer tiefer einsteigen will, greift zu Ahrefs oder SEMrush. Diese Tools bieten nicht nur Suchvolumen, sondern auch Wettbewerbsanalysen, Backlink-Daten und mehr.

Die Google Search Console ist Gold wert, wenn Sie wissen wollen, für welche Begriffe Ihre Seite bereits rankt und wie viel Traffic diese tatsächlich bringen. Das sind echte Zahlen, keine Schätzungen.

Suchvolumen und Suchintention

Das Suchvolumen sagt nichts darüber aus, was jemand mit seiner Suche erreichen will. Und genau das ist der Knackpunkt. Google möchte Nutzern die beste Antwort auf ihre Frage liefern. Wenn Sie die Suchintention nicht verstehen, können Sie noch so gut optimieren. Es bringt nichts.

Es gibt vier Haupttypen von Suchintentionen:

  • Informational: Der Nutzer will etwas lernen oder verstehen. Beispiel: "Was ist Suchintention". Hier brauchen Sie informative Inhalte wie Ratgeber oder Glossar-Artikel.
  • Navigational: Der Nutzer sucht eine bestimmte Website oder Seite. Beispiel: "Facebook Login". Hier geht es meist um Branding und klare Navigation.
  • Transaktional: Der Nutzer will etwas kaufen oder eine Aktion ausführen. Beispiel: "SEO Agentur Mannheim buchen". Hier brauchen Sie klare Call-to-Actions und Produktseiten.
  • Commercial Investigation: Der Nutzer vergleicht Optionen vor dem Kauf. Beispiel: "Beste SEO Tools 2026". Hier helfen Vergleiche, Tests und Reviews.

Wenn Sie Content für ein Keyword mit hohem Suchvolumen erstellen, aber die Intention missverstehen, werden Sie nicht ranken. Google ist mittlerweile sehr gut darin, zu erkennen, was Nutzer wirklich wollen.

Saisonale Schwankungen

Das durchschnittliche Suchvolumen ist eben genau das: ein Durchschnitt. In Wirklichkeit schwankt die Nachfrage nach vielen Keywords im Jahresverlauf erheblich. Wer "Weihnachtsgeschenke" optimiert, wird im Dezember deutlich mehr Traffic sehen als im Juni. Das Gleiche gilt für "Steuererklärung", "Sommerurlaub" oder "Heizung reparieren".

Solche saisonalen Trends sollten Sie bei der Planung berücksichtigen. Google Trends zeigt Ihnen kostenlos, wann ein Begriff besonders gefragt ist. So können Sie Ihre Content-Veröffentlichungen zeitlich optimal planen.

Beispiele für saisonale Keywords:

  • "Weihnachtsmarkt" peakt im November und Dezember
  • "Freibad" ist im Sommer gefragt
  • "Erkältung Hausmittel" steigt in den Wintermonaten
  • "Garten anlegen" wird im Frühjahr häufiger gesucht

Suchvolumen vs. Traffic-Potenzial

Hier wird es interessant. Das Suchvolumen ist nicht gleich dem Traffic, den Sie erwarten können. Selbst wenn Sie auf Platz eins ranken, werden Sie nie 100 Prozent der Suchenden auf Ihre Seite bekommen. Warum nicht?

Mehrere Faktoren beeinflussen das tatsächliche Traffic-Potenzial:

  • Click-Through-Rate (CTR): Nur ein Teil der Suchenden klickt überhaupt auf ein Ergebnis. Position eins bekommt etwa 30 bis 40 Prozent der Klicks, Position zwei nur noch 15 bis 20 Prozent.
  • Featured Snippets: Wenn Google die Antwort direkt in den Suchergebnissen zeigt, klicken weniger Nutzer auf ein Ergebnis.
  • Anzeigen: Bezahlte Google Ads stehen oft über den organischen Ergebnissen und ziehen Klicks ab.
  • SERP Features: Knowledge Panels, Bilder, Videos oder "Ähnliche Fragen" verteilen die Klicks auf mehrere Elemente.
  • Mehrfachsuchen: Manche Nutzer suchen mehrmals nach ähnlichen Begriffen, ohne zu klicken.

Tools wie Ahrefs zeigen Ihnen das Traffic-Potenzial zusätzlich zum reinen Suchvolumen. Das ist oft die realistischere Kennzahl für Ihre Planung.

Praktische Tipps

So nutzen Sie das Suchvolumen sinnvoll für Ihre SEO-Strategie:

  1. Kombinieren Sie verschiedene Tools. Verlassen Sie sich nicht auf eine einzige Quelle. Google Keyword Planner, Ahrefs und die Search Console ergänzen sich gut.
  2. Fokussieren Sie sich auf Long-Tail-Keywords. Begriffe mit niedrigerem Suchvolumen sind oft spezifischer und haben weniger Konkurrenz als Short-Tail-Begriffe. Die Conversion-Rate ist meist höher.
  3. Prüfen Sie die SERP. Schauen Sie sich an, wer bereits für Ihr Wunsch-Keyword rankt. Wenn nur große Marken auf Seite eins stehen, wird es schwer.
  4. Berücksichtigen Sie Ihre Ressourcen. Ein Keyword mit 10.000 Suchen pro Monat klingt toll, aber können Sie Content produzieren, der wirklich mithalten kann?
  5. Tracken Sie Ihre Rankings. Das Suchvolumen ist nur der Anfang. Verfolgen Sie, wie sich Ihre Positionen entwickeln und welcher Traffic tatsächlich kommt.
  6. Analysieren Sie Ihre Konkurrenz. Für welche Keywords ranken Ihre Wettbewerber? Wo gibt es Lücken, die Sie füllen können?
  7. Denken Sie in Themen, nicht nur in Keywords. Google versteht Kontext. Umfassende Inhalte zu einem Thema ranken oft für viele verwandte Begriffe.

Häufige Fehler

Diese Fehler sehen wir immer wieder:

  • Nur auf hohes Suchvolumen achten: Mehr ist nicht immer besser. Die Konkurrenz ist bei beliebten Keywords brutal. Nischen-Keywords mit weniger Volumen können profitabler sein.
  • Die Suchintention ignorieren: Sie ranken nicht, wenn Ihr Content nicht zur Intention passt. Analysieren Sie die Top 10 Ergebnisse, bevor Sie schreiben.
  • Veraltete Daten nutzen: Suchvolumen ändern sich. Was vor zwei Jahren funktioniert hat, kann heute irrelevant sein. Aktualisieren Sie Ihre Keyword-Recherche regelmäßig.
  • Lokale Unterschiede übersehen: In Deutschland wird anders gesucht als in Österreich oder der Schweiz. Achten Sie auf regionale Besonderheiten.
  • Zero-Click-Searches unterschätzen: Bei manchen Suchanfragen liefert Google die Antwort direkt. Dann gibt es kaum Klicks, trotz hohem Suchvolumen.
  • Zu generische Keywords wählen: "Schuhe" hat enormes Suchvolumen, aber was will der Suchende? Kaufen? Informieren? Vergleichen? Spezifischere Begriffe bringen bessere Ergebnisse.

Fazit

Das Suchvolumen ist ein wichtiger Wegweiser für Ihre SEO-Arbeit. Es zeigt Ihnen, wo Potenzial liegt und wo nicht. Aber verlassen Sie sich nie blind auf diese eine Kennzahl. Die Suchintention, der Wettbewerb, saisonale Schwankungen und Ihre eigenen Ressourcen sind genauso entscheidend.

Nutzen Sie mehrere Tools, analysieren Sie die Konkurrenz und behalten Sie immer im Blick, was Ihre Zielgruppe wirklich sucht. Dann wird das Suchvolumen zu einem wertvollen Baustein Ihrer Strategie. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Tags:

#Suchvolumen#Keyword-Recherche#SEO-Grundlagen#Keywords
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Joel Heuchert

SEO Experte & Gründer

Joel Heuchert ist SEO-Experte mit über 5 Jahren Erfahrung. Er hat mehr als 50 Unternehmen dabei geholfen, ihre Online-Sichtbarkeit zu steigern und nachhaltige Rankings zu erreichen.

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